Der EU Data Act verpflichtet Unternehmen zu mehr Transparenz und regelt die datenschutzkonforme Nutzung und Teilung von Unternehmensdaten, was insbesondere für Marketing- und Kommunikationsabteilungen neue Chancen und Anforderungen schafft. Vor allem beim Einsatz von Bewegtbildinhalten müssen Prozesse und IT-Infrastruktur an die gesetzlichen Vorgaben angepasst werden. Unternehmen profitieren, wenn sie rechtzeitig auf den Data Act reagieren und ihre Datenstrategie konsequent ausrichten.
Der EU Data Act ist eine entscheidende neue Verordnung, die Transparenz und Rechtssicherheit bei der Nutzung und beim Teilen von Unternehmensdaten verlangt. Besonders für Marketingverantwortliche und Kommunikationsabteilungen ändert sich damit die Spielregeln: Sie müssen Prozesse und Technologien darauf abstimmen, Daten legal, effektiv und innovativ einzusetzen. Unternehmen im DACH-Raum erhalten nicht nur neue Pflichten, sondern auch Chancen, den Wert von Daten gezielter für ihre Karriereziele und Corporate Communication zu nutzen.
- Der Data Act definiert klare Regeln für Datennutzung, -zugang und -teilung in der EU.
- Marketing und Kommunikation profitieren, müssen aber strenge Transparenzpflichten erfüllen.
- Vor allem Videokommunikation ist von neuen Anforderungen betroffen und sollte überprüft werden.
Was ist der EU Data Act und warum ist er wichtig für Unternehmen?
Der EU Data Act ist eine Verordnung der Europäischen Union, die den Zugang und die Nutzung von Daten innerhalb Europas einheitlich regelt. Ziel ist es, den Wert von Daten sicher und effizient zu erschließen und ihre Teilung zwischen Akteuren zu erleichtern. Für Unternehmen bedeutet das, dass maschinen- sowie nutzergenerierte Daten aus vernetzten Produkten und Diensten jetzt nicht mehr nur intern genutzt, sondern in vielen Fällen auch Dritten auf Nachfrage bereitgestellt werden müssen – zum Vorteil des Endkunden und für mehr Marktdynamik.[1] Die EU stimuliert damit neue datengetriebene Geschäftsmodelle und fordert Unternehmen auf, Transparenz und Datensicherheit zu gewährleisten, anstatt Datensilos zu verteidigen.
Welche Pflichten und Chancen schafft der Data Act konkret?
Für Unternehmen bringt der Data Act sowohl neue Verpflichtungen als auch attraktive Möglichkeiten. Verpflichtend ist vor allem, Daten, die zum Beispiel durch IoT-Geräte oder digitale Dienste gesammelt werden, künftig unter bestimmten Bedingungen Dritten zur Verfügung zu stellen. Die genaue Freigabe erfolgt meist zum Nutzen des Endkunden und nach festgelegten Protokollen.[2] Zugleich entstehen Chancen: Durch den erleichterten Zugang zu Daten können Unternehmen neue Partnerschaften aufbauen, Wertschöpfungsketten erweitern und datengetriebene Innovationen vorantreiben – sofern sie rechtssicher und verantwortungsvoll handeln.
Wie betrifft der Data Act die Marketingkommunikation?
Marketing und Unternehmenskommunikation profitieren von den erweiterten Möglichkeiten zur Datenanalyse, die der Data Act eröffnet. Insbesondere Bewegtbildinhalte – etwa Recruiting-Filme oder Imagevideos – können datenbasiert optimiert und gezielter auf Zielgruppen zugeschnitten werden. Gleichzeitig gelten jedoch strenge Transparenz- und Rechenschaftspflichten: Unternehmen müssen offenlegen, welche Daten wie erhoben, gespeichert, genutzt und geteilt werden, insbesondere bei personalisierten Marketingmaßnahmen.[4]
Videokommunikation: Wichtige Neuerungen durch den Data Act
Besonders für Bewegtbildinhalte und multimediale Kampagnen bedeutet der Data Act, dass Prozesse zur Datenerhebung und -nutzung überprüft und angepasst werden sollten. So müssen Unternehmen nicht nur klar darlegen, welche Daten sie bei interaktiven oder sozialen Videoformaten erfassen, sondern auch, wie diese weiterverwendet und geteilt werden. Dies betrifft etwa Auswertungen von Nutzerinteraktionen oder die gezielte Ausspielung von Videocontent über verschiedene Kanäle.[4] Marketingverantwortliche sollten frühzeitig mit IT und Legal zusammenarbeiten, um Compliance und Innovation in Einklang zu bringen.
Typische Probleme bei der Umsetzung des Data Act
Viele Unternehmen befürchten einen hohen administrativen und technischen Aufwand, um die Vorgaben des Data Act rechtskonform umzusetzen. Besonders kleinere und mittlere Unternehmen stehen vor komplexen IT-Herausforderungen, wenn Bestandssysteme angepasst oder neue Schnittstellen implementiert werden müssen.[3] Ein weiteres Problem sind Sorgen um den Schutz von Betriebsgeheimnissen und sensiblen Geschäftsdaten, denn Data Sharing darf nicht zur ungewollten Preisgabe von Know-how führen.[2]
Aktuelle Entwicklungen rund um den Data Act
Der Data Act tritt seit 2024 stufenweise in Kraft. Unternehmen im DACH-Raum bereiten sich aktuell auf die neuen Pflichten vor und passen ihre Geschäftsmodelle, Marketingstrategien und IT-Infrastrukturen an.[4] Für viele Branchen stehen bereits konkrete Anpassungen an, insbesondere dort, wo datenbasierte Dienstleistungen und smarte Produkte im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig entstehen laufend neue Beratungsangebote und digitale Lösungen, die Unternehmen bei der Einhaltung des Data Act unterstützen sollen.
Was ist beim Zusammenspiel von Data Act und Datenschutz (DSGVO) zu beachten?
Eine besondere Herausforderung stellt die Abgrenzung zwischen personenbezogenen Daten (DSGVO) und nicht-personenbezogenen Unternehmensdaten (Data Act) dar. Gerade bei Marketing- und Kommunikationskampagnen, die verschiedene Kanäle und Formate verbinden, sollte sorgfältig geprüft werden, für welche Daten welche Vorschriften gelten und wie Schnittmengen sauber gelöst werden.[1] Unternehmen sollten klare Prozesse etablieren, um personenbezogene und Unternehmensdaten strikt zu trennen und so rechtssicher agieren zu können.
Konkrete Schritte für Unternehmen im Umgang mit dem Data Act
Damit Unternehmen im DACH-Raum den Data Act als Karrierechance und nicht nur als Pflicht wahrnehmen, empfiehlt sich ein proaktiver Ansatz. Beispielsweise sollten Verantwortliche in Marketing und Kommunikation eng mit der IT zusammenarbeiten, um die Datenprozesse transparent, sicher und nutzerorientiert zu gestalten. Interne Auditierungen und Schulungen helfen, das Bewusstsein für die neuen Anforderungen zu schärfen und die richtigen technischen Maßnahmen zu etablieren. So können Daten zum Karrierebooster werden und die Positionierung in der digitalen Wirtschaft stärken.
Das Wichtigste für Marketingverantwortliche und Führungskräfte
Vor allem Marketingverantwortliche und Führungskräfte profitieren davon, den Data Act nicht nur als regulatorische Last zu sehen, sondern aktiv in die Datenstrategie, die Kommunikation und das Bewegtbild-Konzept zu integrieren. Wer transparent handelt, IT und Recht miteinander verzahnt und sich frühzeitig an die neuen Standards anpasst, sichert sich Wettbewerbsvorteile und positioniert das Unternehmen zukunftsfähig – sowohl arbeitsmarkt- als auch imagebezogen.
Fazit: Zeit zu handeln und Chancen zu nutzen
Der EU Data Act bringt neue Regeln, aber auch Potenziale für innovative Datenstrategien und die Entwicklungsfelder von Corporate Communication und Marketing. Wer jetzt Prozesse, Kompetenzen und Infrastrukturen anpasst, erzielt nicht nur rechtssichere Kommunikation, sondern auch nachhaltigen Karriere- und Geschäftserfolg. Es bleibt spannend, wie Unternehmen im DACH-Raum die neuen Spielräume nutzen und sich im europäischen Datenmarkt behaupten werden. Welche kreativen Kampagnen und Best Practices entstehen als Vorreiter-Effekt?
Quellen
[1] EU Data Act: Was Unternehmen wissen müssen (Handelsblatt, 2023-11-20)
[2] Der Data Act der EU – Auswirkungen auf Unternehmen (Springer Professional, 2023-12-08)
[3] Data Act: Wie Unternehmen Daten künftig teilen müssen (Computerwoche, 2023-06-30)
[4] EU Data Act kommt: Das müssen Marketing und Unternehmen beachten (absatzwirtschaft, 2023-12-15)



















