Im Employer Branding funktioniert kein Videoformat für alle Zwecke gleich gut – der passende Typ hängt von Zielgruppe, Kommunikationsziel und Phase der Candidate Journey ab. Mitarbeiter-Testimonials bieten hohe Glaubwürdigkeit, Arbeitsalltags-Videos und Team-Porträts geben Einblicke ins echte Arbeitsumfeld. Unternehmen sollten Formate strategisch kombinieren und auf Authentizität achten.
Employer Branding Videos zählen zu den wirkungsvollsten Mitteln, um Kandidaten von der eigenen Arbeitgebermarke zu überzeugen. Die wichtigsten Formate – von Mitarbeiter-Testimonials über Arbeitsalltagseinblicke bis hin zu Kulturvideos – entfalten ihre Stärke jeweils in unterschiedlichen Phasen der Candidate Journey und für verschiedene Zielgruppen. Unternehmen, die das passende Videoformat strategisch auswählen und authentisch umsetzen, steigern ihre Chancen, die richtigen Bewerber nachhaltig zu begeistern und sich im Wettbewerb abzuheben.
- Das optimale Employer-Branding-Videoformat hängt von Zielgruppe, Kommunikationsziel und Bewerbungsphase ab.
- Mitarbeiter-Testimonials wirken am glaubwürdigsten und emotionalisieren.
- Einblicke in den Arbeitsalltag helfen, die Jobrealität greifbar zu machen und Erwartungen zu steuern.
Welche Videoformate gibt es im Employer Branding?
Im Employer Branding haben sich mehrere Videoformate etabliert, die jeweils unterschiedliche Stärken aufweisen. Zu den wichtigsten zählen Mitarbeiter-Testimonials, Videos mit Einblicken in den Arbeitsalltag, Team-Porträts und sogenannte Kulturclips. Darüber hinaus gewinnen kurze Formate wie Reels auf Instagram, TikTok oder LinkedIn zunehmend an Bedeutung, insbesondere für die Ansprache jüngerer Zielgruppen, die Mobilgeräte und soziale Netzwerke bevorzugen.[3] Während einige Formate vor allem Vertrauen und Nähe schaffen, liefern andere gezielte Informationen oder vermitteln das kulturelle Umfeld. Die Wahl des Formats beeinflusst, welche Aspekte der Arbeitgebermarke transportiert werden und wie empfänglich die Zielgruppe darauf reagiert.
Mitarbeiter-Testimonials: persönliche Erfahrungen glaubwürdig erzählen
Mitarbeiter-Testimonials gelten als besonders effektives Format im Employer Branding. In diesen Videos berichten Mitarbeitende aus erster Hand über ihre täglichen Erfahrungen, Herausforderungen und die Besonderheiten des Arbeitgebers. Authentische und persönliche Einblicke sorgen für Vertrauen und sprechen potenzielle Bewerber emotional an, da reale Geschichten und Gefühle vermittelt werden. Gerade für Kandidaten, die sich mit den Werten und der Kultur eines Unternehmens identifizieren möchten, können persönliche Aussagen von künftigen Kollegen eine wichtige Entscheidungshilfe darstellen.
Arbeitsalltag zeigen: Day-in-the-Life und Job-Realität
Einblicke in den Arbeitsalltag, etwa durch „Ein Tag im Leben von...“-Videos, präsentieren die tatsächlichen Abläufe und Aufgaben in einem Job. Sie helfen Interessierten, die Realität des Berufs greifbar zu machen und ein realistisches Bild von Herausforderungen sowie Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten. Für viele Bewerber ist die Jobrealität ein entscheidender Faktor zu Beginn der Candidate Journey.[1] Solche Videos eignen sich hervorragend, um Unsicherheiten abzubauen und gezielt zu vermitteln, was die Arbeit im Unternehmen im Alltag ausmacht – von der Teamdynamik bis zum Umgang mit Herausforderungen.
Team-Porträts: Zusammenarbeit und Rollen sichtbar machen
Team-Porträts und Clips, die das Miteinander im Unternehmen zeigen, stärken das Gemeinschaftsgefühl und vermitteln Kandidaten einen Eindruck von Werteorientierung und Arbeitsatmosphäre. Sie sind besonders für Bewerber geeignet, die großen Wert auf den „Cultural Fit“ legen und erfahren möchten, wie eng das Team zusammenarbeitet und welche Persönlichkeiten dort vertreten sind. In solchen Videos kommen oft mehrere Teammitglieder zu Wort oder werden in ihrer gemeinsamen Tätigkeit gezeigt – der Fokus liegt auf Zusammenarbeit, Diversität und gegenseitiger Unterstützung.
Kulturvideos: Werte und Arbeitsumfeld vermitteln
Kulturvideos transportieren die Mission, die übergreifenden Werte und den Spirit des Unternehmens – oft anhand von Bildern von Events, Meetings oder Freizeitaktivitäten. Sie helfen dabei, die Unternehmenskultur nahbar zu machen und zu zeigen, was einen Arbeitgeber einzigartig macht. Indem sie die Arbeitsumgebung, Benefits oder besondere Rituale illustrieren, sprechen sie vor allem Kandidaten an, die langfristige Identifikation suchen und für die ein motivierendes Umfeld wichtig ist.
Besondere Formate: FAQ- und Chef-Statements
Neben den klassischen Formaten haben sich auch FAQ-Videos und Statements der Geschäftsleitung etabliert. FAQ-Videos adressieren gezielt die häufigsten Fragen potenzieller Bewerber und bieten Orientierung und Detailtiefe, besonders bei Kandidaten mit bereits konkretem Interesse. Chef-Statements können strategische Ziele und Werte vermitteln, sind aber nur wirksam, wenn sie authentisch und nicht zu werblich erscheinen.[3]
Welches Format passt zu welcher Zielgruppe und Phase der Candidate Journey?
Die Eignung eines Videoformats hängt maßgeblich von der Zielgruppe und vom Stand der Candidate Journey ab. Am Beginn des Bewerbungsprozesses, wenn sich Kandidaten noch orientieren, helfen Videos vom Arbeitsalltag und kurze Reels, um Neugierde zu wecken und Basisinformationen zu liefern.[1][3] In der Recherche- oder Überlegungsphase überzeugen Mitarbeiter-Testimonials und Team-Porträts, da sie Einblicke in die echte Arbeitskultur und den Alltag geben. Für fortgeschrittene Bewerber mit konkretem Interesse sind FAQ-Videos oder Statements mit tiefgründigem Informationsgehalt gefragt. Die Kombination verschiedener Formate entlang der Journey ermöglicht einen lückenlosen und authentischen Informationsfluss.
Typische Probleme bei Employer-Branding-Videos
Ein zentrales Problem vieler Employer-Branding-Videos ist ein zu starker Werbefokus. Zu polierte und auffällig inszenierte Clips werden von Bewerbenden oft als unglaubwürdig wahrgenommen und können sogar das Gegenteil des Gewünschten erreichen.[5] Das Ziel sollte immer sein, echte Erlebnisse und Stimmen zu zeigen, um Vertrauen und Identifikation zu ermöglichen.
Aktuelle Entwicklungen im Einsatz von Employer-Branding-Videos
Digitalisierung und Social Media haben die Spielregeln verändert. Immer häufiger setzen Unternehmen auf kurze, mobile-optimierte Videos für Plattformen wie Instagram, TikTok und LinkedIn, um gerade jüngere Zielgruppen zu erreichen und die Reichweite zu steigern.[3] Format, Produktionsqualität und Ausspielung werden dabei flexibel kombiniert, um Trends und Nutzerverhalten bestmöglich abzubilden.
So wählen Unternehmen das richtige Format aus
Die Auswahl beginnt mit der Definition der Zielgruppe und deren Interessen. Unternehmen sollten sorgfältig analysieren, welche Informationen potenzielle Kandidaten in welcher Phase benötigen und welche Aspekte der Arbeitgebermarke authentisch und glaubwürdig kommunizierbar sind. Erfahrungsberichte und Alltagsclips bieten sich für den Einstieg an, während tiefergehende Interviews oder FAQ-Videos für informierte Bewerber sinnvoll sind. Oft ist eine Vielfalt an Formaten die beste Wahl, um alle Informationsbedürfnisse entlang der Candidate Journey zu bedienen.
Was macht Employer-Branding-Videos glaubwürdig?
Glaubwürdigkeit entsteht durch einen authentischen, ehrlichen Stil und echte Geschichten. Unternehmen sollten bewusst darauf verzichten, Mitarbeitende zu „scripted performers“ zu machen und stattdessen Raum für spontane, persönliche Statements lassen. Passende Szenen aus dem echten Arbeitsalltag, unverfälschte Interaktionen sowie eine professionelle, aber nicht überinszenierte Produktion helfen, Authentizität zu erzeugen und das Vertrauen potenzieller Bewerber zu gewinnen.
Wo veröffentlichen und wie den Erfolg messen?
Die Wahl der Ausspielungsplattform ist entscheidend für die Reichweite und Wirkung von Employer-Branding-Videos. Eigene Karriereseiten, Stellenanzeigen und Social-Media-Kanäle wie LinkedIn, Instagram oder TikTok sind bevorzugte Kanäle für unterschiedliche Zielgruppen. Erfolgsmessung erfolgt über Kennzahlen wie Videoaufrufe, durchschnittliche Wiedergabedauer, Klicks auf Stellenanzeigen und abgeschlossene Bewerbungen. Unternehmen sollten regelmäßig auswerten, welche Formate bei ihrer Zielgruppe besonders gut ankommen, und die Strategie entsprechend anpassen.
Fazit: Vielfalt und Authentizität als Erfolgsfaktoren
Kein Employer-Branding-Videoformat funktioniert für alle Zwecke gleichermaßen. Eine verbindliche Auswahl setzt Kenntnisse über Zielgruppe, Kommunikationsziel und die einzelnen Phasen der Candidate Journey voraus. Wirklich erfolgreich sind Unternehmen dann, wenn sie verschiedene Formate authentisch kombinieren und so ein stimmiges, glaubwürdiges Arbeitgeberbild vermitteln. Dies erhöht nicht nur die Bewerberanzahl, sondern auch den langfristigen ‚Cultural Fit‘ neuer Mitarbeitender.
Quellen
[1] 7 Ideen für Employer Branding Videos, die wirklich funktionieren (recrutainment.de, 2022-04-19)
[3] Employer Branding Videos: Formate, Tipps & Beispiele (Social Media Betreuung, 2023-05-22)
[5] Personalmagazin plus Trends im Recruiting 2019 | Personal | Haufe (Haufe)



















